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Goldreserven, ihr Ursprung und ihre Bedeutung

Die Goldreserven der Welt

Nahezu jedes Land auf der Welt verfügt über Goldbestände, die in Banken oder Lagerstellen deponiert sind. Als wichtige globale Währung, die von Regierungen und Zentralbanken als Mittel zur Absicherung von Geldwerten verwendet wird, hat sie haben im Allgemeinen die Aufgabe einer Rücklage im Falle einer Verschuldung des Landes oder in Krisenzeiten.

Die zweithöchste Goldreserve der Welt hortet laut Statista (Stand November 2022) die Bundesrepublik Deutschland mit nahezu 3.35 Tonnen hinter den Vereinigten Staaten.

In unserem Beitrag erfahren Sie die historischen Gründe und die Bedeutung der Goldreserven bis in die heutige Zeit.

Was bedeutet eigentlich Goldreserve?

Nationale Goldreserven dienen in erster Linie als Wertaufbewahrungsmittel und Reservewährung. Sie bieten eine Möglichkeit für Regierungen, Wertpapiere und Devisen zu diversifizieren und dadurch das Risiko von Währungsabwertungen zu reduzieren. Ihren Einsatz finden sie auch als Mittel zur Stabilisierung von Wechselkursen und zur Unterstützung der Währungspolitik. In bestimmten Fällen können sie auch als Sicherheit für internationale Kredite verwendet werden.

Auch wenn es keinen festgelegten Marktwert für Gold gibt, spiegelt der Goldpreis doch in vielerlei Hinsicht die allgemeine Gesundheit der globalen Wirtschaft wider. Daher sind die weltweiten Reserven an physischem Gold ein Schlüsselfaktor für das Funktionieren des internationalen Finanzsystems und somit für stabile Wirtschaften weltweit notwendig.

Bis in die 30er Jahre des 20. Jahrhunderts war die Geldmenge in den meisten Industrieländern durch die gleiche Menge an Gold abgedeckt. Dieses System bezeichnet man als Goldstandard. Damals verpflichteten sich die Zentralbanken Banknoten zu einem festen Kurs in Gold umzutauschen. In der Weltwirtschaftskrise 1929 wurde der Goldstandard abgeschafft, da er sich als zu starr erwies. Hier war die Währung fix an das Edelmetall gebunden.

Der Goldstandard

Die Goldreserven der Welt haben eine lange Geschichte. Sie reichen zurück bis ins antike Griechenland, in der Gold als Zahlungsmittel diente. Später entwickelten sich die Goldreserven in vielen Ländern, aber es war erst im 19. Jahrhundert, dass der Goldstandard entstand. Dies ermöglichte es den Ländern, ihre Währungen an den Goldpreis zu binden und somit ein stabiles und vertrauenswürdiges Währungssystem aufzubauen.

Die eigene Währung wurde durch eine festgelegte Menge an Gold gedeckt. Das bedeutet, dass jeder Besitzer der Währung das Recht hatte, es gegen eine bestimmte Menge an Gold einzutauschen. Der Goldstandard wurde hauptsächlich in der Zeit von 1870 bis 1914 verwendet und hatte das Ziel, die Währungen stabiler und die internationalen Handelsbeziehungen zu vereinfachen.

In den 1920er und 1930er Jahren gab man den Goldstandard schließlich auf. Viele Länder mussten während der Weltwirtschaftskrise und des Zweiten Weltkriegs ihre Währungen abwerten, um ihre Wirtschaft anzukurbeln. Mit einem festen Wechselkurs zwischen Gold und Währung war dies allerdings kaum möglich.


Gold Banner Statistik

Der Ursprung der Goldreserven – Der Goldstandard und das Bretton Woods Abkommen


Grundlage für das Bretton Woods System 1944 stellte der Goldstandard dar. In dieser US-amerikanischen Stadt wurden Regeln für weltweite Finanztransaktionen festgelegt. Es sollte schließlich den Weg zu einem neuen Währungssystem ebnen. Insgesamt 44 teilnehmende Länder konnten ihre Landeswährung zu einem festen US-Dollar-Kurs eintauschen: Dollar in Gold. Daraus sollte sich für alle partizipierenden Staaten ein freier und ungehinderter Welthandel ergeben.

Für Europa bedeutete dies ein Wirtschaftszentrum infolge des Zweiten Weltkrieges aufbauen zu können. Vereinbart wurden feste Wechselkurse von 35 US-Dollar pro eine Unze Gold.

Das Abkommen beinhaltete auch eine Internationale Währungsfonds (IWF), der als Vermittler zwischen den Mitgliedsländern agieren sollte, um internationale Zahlungsrückstände zu vermeiden und ein stabiles Währungssystem zu schaffen. Allerdings blieb der US-Dollar als einzige Währungseinheit an den Goldpreis gebunden. Dies brachte den USA in eine besondere und tonangebende Position: Sie hatten nun die Möglichkeit, politische Macht über andere Länder auszuüben, indem sie ihre goldgesicherten Reserven nutzten, um Kredite an andere Staaten zu vergeben oder abzuweisen.

Erst acht Jahre später, während des Deutschen Wirtschaftswunders, unterzeichnete auch die Bundesrepublik Deutschland das Abkommen. In der wirtschaftlichen Hochzeit wuchs deutsches Gold auf über 2.300.000 Tonnen.

Zur Abwehr möglicher Erschütterungen des System von Bretton wurden zwei Institutionen ins Leben gerufen. Der Internationale Währungsfonds (IWF) und die Internationale Bank für Wiederaufbau und Entwicklung, kurz Weltbank. Bis heute haben sie noch Bestand, auch nachdem sich Währungssystem von Bretton Woods  1973 verabschiedet hat. Nachdem die USA 1971 ihre Goldeinlösungsverpflichtung aufgehoben haben, brach das System zusammen.

Der Nachlass des Bretton Woods Abkommens führte jedoch auch zu neuen Herausforderungen für die Regierungen und Zentralbanken der Länder. Es bestand inzwischen die Notwendigkeit für mehr Flexibilität und Anpassbarkeit im Umgang mit den globalen Finanzen und dem Handel mit anderen Ländern. Daher sahen viele Länder es als notwendig an, ihre Reserven nicht mehr nur auf Gold zu setzen, sondern auf andere Arten von Vermögenswerten wie Aktien oder Anleihen umzustellen – was in vielerlei Hinsicht die heutige geopolitische Situation beeinflusst hat.




Wozu dienen nationale Goldreserven?

Heutzutage spielt das Vorhandensein von Goldreserven weiterhin eine wichtige Rolle in der Stabilität des internationalen Finanzsystems und in der Förderung des globalen Handels. Viele Regierungen halten große Mengen an Reserven – sowohl in Form von physischem Gold als auch in Form anderer Vermögenswerte, um Vertrauensverluste in ihren Wirtschaftssysteme zu vermeiden und politischen Druckmoment abzuwehren. Dadurch können sie Verhandlungspartnern größeren Spielraum beim Austausch von Gütern bieten und somit finanzielle Unabhängigkeit erlangen und ihre globale Position stärken.

In den meisten Fällen werden die Goldreserven eines Landes durch einen kommerziellen Kredit oder eine Anleihe gesichert. Der Ursprung der Goldreserven eines Landes liegt jedoch in zwei anderen Beschlüssen: dem Goldstandard und dem Bretton Woods Abkommen.

Zentralbanken reduzierten zudem ihre Goldbestände, um damit Staatsschulden decken zu können. Der Anteil internationaler Goldreserven an Währungsreserven sank von 60 % (1980) auf 10 % (2006). In letzter Zeit steig der Goldpreis und somit gewann das Edelmetall wieder an Bedeutung.



Wo befinden sich 2022 die größten Goldreserven weltweit?

Zum Ende des Jahres 2022 halten tatsächlich die Vereinigten Staaten von Amerika die weltweit größten Reserven mit rund 8.134 Tonnen Gold. Das entspricht fast 70 % des weltweiten Bestandes an offiziell gedecktem Gold. Auf der anderen Seite des Kontinentes liegt ein fast zur Hälfte geringerer Goldvorrat von rund 3.555 Tonnen Feingold in Goldbarren bei der Deutschen Bundesbank.

Seit Ende der 1960er Jahre führt Deutschland den zweiten Platz in den Goldreserven an. Als größter Goldbesitzer in Europa liegt es vor Italien mit 2,45 Tonnen und Frankreich mit 2.436 Tonnen. Im asiatischen Raum hat Japan 846 Tonnen in Reserve. Russland gab dem International Monetary Fund 2022 einen Vorrat von ca. 2.298 Tonnen an.



Wo lagern die Goldreserven Deutschlands?


Die größte Lagerstelle der deutschen Goldreserven befindet sich in der Deutschen Bundesbank in Frankfurt am Main. Sie umfasst in etwa 50 % der nationalen Goldbestände. Die andere Hälfte verteilt sich auf die zwei folgenden Lagerstellen in der Bank of England, London mit ca. 12 % und transatlantisch mit den restlichen 37 % in der Partnernotenbank Federal Reserve Bank of New York.

Seit 2017 ist die Lagerstelle in der Banque de France in Paris geschlossen. Zur Lagerung der deutschen Goldreserven und ihrer Verteilung stellt die Deutsche Bundesbank ihren Goldbestand zum Download bereit.

Deutsche Bundesbank  Frankfurt am Main
Deutsche Bundesbank Zentrale Frankfurt am Main
Bank of England-London
Bank of England London
Bank
Federal Reserve Bank New York

Ein paar abschließende Fakten zu den Goldreserven

  • Die größten Goldvorräte sind in privater Hand, mit schätzungsweise 20.000 Tonnen. Gold kaufen ist bei den Deutschen beliebt
  • Gold als Edelmetall zirkuliert: Weltweit werden etwa dreiviertel der Goldvorräte durch Juweliere beansprucht
  • nur 10 % an Goldreserven fallen auf die verarbeitende Industrie, in der das Gold in elektronischen Geräten Verwendung findet
  • Ca. 14 % sind in Form von Anlagegold, wie Barren und Münzen im Besitz von Banken und Investoren

Die Zukunft der nationalen Goldreserven-Ein Ausblick

Wie dies sich künftig entwickelt ist von etliche Faktoren wie z. B. der allgemeinen Wirtschaftslage, dem Verhalten der Zentralbanken und den politischen Entscheidungen der jeweiligen Regierungen abhängig.

Einige Experten sehen die Nachfrage nach physischem Gold jedoch als gefährdet an. Dies sei mit der zunehmenden Verwendung von digitalen Währungen und Kryptowährungen erklären.

Einige Regierungen könnten beschließen, ihre Goldreserven zu verkaufen, um Finanzierungsbedürfnisse zu decken oder um ihre Devisenreserven zu diversifizieren. Konträr dazu könnte aber auch der Goldbestand aufgestockt werden, um weitestgehend wirtschaftlich autonom agieren zu können.

Allerdings, Goldreserven haben in der Regel eine lange Halbwertzeit und bleiben eine wichtige Reserve für Zentralbanken und Regierungen. Ihre wichtige Rolle in der Währungspolitik und als Wertaufbewahrungsmittel wird sie somit auch in Zukunft nicht verlieren.


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