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Wochenrückblick - Goldnachfrage zwischen China, Deutschland und US-Geldpolitik

Der Goldmarkt wurde in dieser Woche von zwei Themen geprägt: der unterschiedlichen Nachfrage nach Gold in wichtigen Märkten und der Zinsentscheidung der US-Notenbank.

Während China bei Barren und Münzen weiterhin eine starke Nachfrage zeigt, fällt das Bild in Deutschland deutlich zurückhaltender aus. Gleichzeitig verändert sich in vielen Märkten die Schmucknachfrage unter dem Einfluss hoher Goldpreise.

China bleibt ein wichtiger Markt für Anlagegold

Nach Angaben des World Gold Council erreichte die chinesische Nachfrage nach Barren und Münzen im zweiten Quartal 2026 rund 107 Tonnen. Damit lag sie zwar deutlich unter dem außergewöhnlich starken ersten Quartal mit rund 207 Tonnen, blieb im historischen Vergleich jedoch hoch.

Für das gesamte erste Halbjahr summierte sich die Nachfrage auf rund 314 Tonnen. Damit erreichte China einen Rekord für ein erstes Halbjahr und blieb der weltweit größte Markt für Barren und Münzen. Der World Gold Council nennt unter anderem wirtschaftliche Unsicherheit, niedrige lokale Renditen und die Schwäche des Immobilienmarktes als Faktoren, die die Nachfrage nach Anlagegold stützen.

Schmucknachfrage ist in China rückläufig

Ein anderes Bild zeigt sich beim Goldschmuck.

In China sank die Schmucknachfrage im zweiten Quartal gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 28 % auf rund 50 Tonnen. Hohe und teilweise stark schwankende Goldpreise sowie ein vorsichtiges Verbraucherverhalten belasteten den Markt. Gleichzeitig griffen Verbraucher häufiger zu leichteren Schmuckstücken oder tauschten vorhandenen Schmuck gegen neue Produkte.

Diese Entwicklung beschränkt sich nicht auf China. Weltweit sank die Schmucknachfrage im zweiten Quartal auf rund 278 Tonnen und damit um 17 % gegenüber dem Vorjahr. Bemerkenswert ist jedoch, dass die Ausgaben für Goldschmuck deutlich stabiler blieben. Im ersten Halbjahr stieg der weltweite Wert der Schmucknachfrage sogar, obwohl mengenmäßig weniger Gold gekauft wurde.

Weitere Daten zur Schmucknachfrage finden sich im aktuellen Bericht des World Gold Council zu Goldschmuck im zweiten Quartal 2026.

Hohe Goldpreise führen damit nicht zwangsläufig dazu, dass die Nachfrage vollständig verschwindet. Vielmehr kann sich verändern, welche Produkte gekauft werden und welches Motiv hinter dem Goldkauf steht.

Deutschland ist in der Goldnachfrage zurückhaltend

Auch Deutschland zeigt ein anderes Nachfragebild als China.

Die Nachfrage nach Barren und Münzen sank hier vom ersten auf das zweite Quartal von 12,3 auf 8,5 Tonnen. Damit blieb die deutsche Nachfrage deutlich kleiner als in China und ging gegenüber dem ersten Quartal nochmals zurück.

Der direkte Vergleich der absoluten Mengen ist aufgrund der sehr unterschiedlichen Marktgrößen allerdings nur eingeschränkt sinnvoll. Interessanter ist die unterschiedliche Entwicklung: Während China trotz des Rückgangs auf einem historisch hohen Niveau blieb, zeigte sich der deutsche Markt deutlich zurückhaltender.

Die vollständigen Daten zur internationalen Goldnachfrage veröffentlicht der World Gold Council im Bericht Gold Demand Trends Q2 2026.

USA - Fed hebt Leitzins an

Zusätzliche Impulse für den Goldmarkt kamen in dieser Woche aus den USA. Die Federal Reserve erhöhte am 16. September den Zielkorridor für den Federal Funds Rate um 0,25 Prozentpunkte auf 3,75 bis 4,00 %. Die Entscheidung fiel einstimmig.

Die US Notenbank verwies weiterhin auf eine erhöhte Inflation, während sie die wirtschaftliche Aktivität als solide bezeichnete. Für Gold ist die weitere Entwicklung der US Geldpolitik von Bedeutung, da höhere Zinsen die Attraktivität verzinslicher Anlagen verändern und zugleich Einfluss auf den US Dollar nehmen können. Entscheidend bleibt deshalb nicht nur der einzelne Zinsschritt, sondern auch der weitere Kurs der Federal Reserve.

Fazit

Die Entwicklungen dieser Woche zeigen, dass die Goldnachfrage differenziert betrachtet werden muss.

In China bleibt Anlagegold in Form von Barren und Münzen stark gefragt, während die Schmucknachfrage unter den hohen Preisen leidet. Deutschland zeigt sich bei Barren und Münzen deutlich zurückhaltender. Gleichzeitig bleibt die Geldpolitik der USA ein wichtiger kurzfristiger Einflussfaktor für den Goldpreis.

Für die Einordnung des Goldmarktes reicht deshalb der Blick auf die Kursentwicklung allein nicht aus. Ebenso relevant ist, wer Gold kauft, in welcher Form und aus welchem Motiv heraus.